Scientist - Scientist Rids The World Of The Evil Curse Of The Vampires

Bewertung: 5/5

Montag, 18. Mai 2009, 18:46 Uhr. Stichwörter: , , , , , ,

Gestern war es mal wieder soweit, der Scientist und seine Vampire suchten mich heim. Aber keine Angst, blutleer liess er mich nicht zurück, dafür aber mit einem Lächeln auf den Lippen. Dub ist der Saft seines Lebens und die Vampire bescherten dem Scientist den grössten Erfolg seiner blutsaugenden Karriere.

Scientist Rids The World Of The Evil Curse Of The Vampires - was für ein Album-Titel. Produziert vom grossen Henry „Junjo“ Lawes ist dieses Meisterwerk wohl eines der bekanntesten Dub-Alben aller Zeiten. Kein Wunder, die Instrumente wurden bedient von den Roots Radics und aufgenommen wurde es im „Channel One“ Studio. Danach ging's schnell rüber in die „Tubby's“ Studios, um dort von Scientist die finale Abmischung vornehmen zu lassen. Herausgekommen ist dabei ein epochales Album, das den Dub der Siebziger weg von der verhallten Roots-Reggae-Version hinauf in neue Gefilde führte - die Dancehall der Achtziger.

Das Orginal des Songs kommt von den Wailing Souls, ein Klassiker:

Neben den Wailing Souls wurden vom Scientist auch noch Songs von Johnny Osbourne und Michael Prophet verarbeitet. Ach was heisst verarbeitet, veredelt müsste man sagen, aber hört selbst, erst das Original – dann die Version von Scientist:

Was für eine Tune, was für ein Bass! Aber einer seiner wohl beliebtesten Dubs ist immer noch „Dance Of The Vampires“. Ebenfalls im Original ein Song von Michael Prophet, der hier so tödlich daher kommt, dass man eigentlich einen Waffenschein dafür bräuchte. Zumindest wenn man den Bass voll auf dreht. Man beachte auch den Studio-Testton, den Scientist (übrigens ein Schüler des grossen King Tubby) hier in den Anfang seines Tunes mit einarbeitete. Sicherlich keine Innovation (Lee Perry hat damit schon viel früher experimentiert), aber Scientist machte daraus einen wieder erkennbaren Effekt der typisch für viele seine Aufnahmen wurde.

Das Original:

Mit diesem Album schaffte Scientist etwas, was nur ganz wenigen Reggaemusikern bisher gelungen ist: Seine Musik wurde Bestandteil eines Computer/Videospiels. Ich bin mir sicher, die Hälfte aller Scientist Fans unter dreissig ist über „Grand Theft Auto III“ auf den blutsaugenden Dubproduzenten aus Jamaika aufmerksam geworden. In dem im Spiel integrierten Radiosender läuft auf der Reggaestation „KJah“ den ganzen Tag nur Scientist, und zwar nur Songs aus diesem Album. Zusammengestellt und gemixt von einem New Yorker Radio DJ, hat der imaginäre Radiosenders eines Videospiels wohl mehr getan für die Bekanntheit von Dub, als alle Lee Perry Alben zusammen. Ob man darüber jetzt lachen oder weinen soll, weiss ich auch nicht. Klar ist nur eines: wenn ich diesen „KJah“-Mix höre, weiss ich sofort wieder warum ein kräftiger Roots-Dub immer noch das Beste ist, wenn man im Auto über die Strassen brettert, egal ob real oder virtuell. Hauptsache der Scientist lässt mir genug Blut in den Adern, so dass ich es noch nach Hause schaffe. Schnell ran an die Blutkonserven und einen Dub auf den Plattenteller legen!

--> Link zum Artikel versenden



Emoticons
Diese Frage dient zur Vorbeugung automatisierten Kommentarspams.
Persönliche Informationen speichern?
Benachrichtigen
E-Mail Adresse nicht anzeigen
Hinweis: Alle HTML-Tags außer <b> und <i> werden aus Deinem Kommentar entfernt. URLs oder Mailadressen werden automatisch umgewandelt.