Online-Piraten und Sarkozy

Samstag, 07. Februar 2009, 13:42 Uhr. Stichwörter: , ,

Die Franzosen machen es schon eine Weile vor, bald soll die gesamte EU nachziehen: Strikte Regelungen gegen vermeintliche Musikpiraterie bis hin zum völligen Ausschluss aus dem Netz.

Französische Internetanbieter machen das schon seit einiger Zeit so, wer beim Tauschen, Hochladen oder Downloaden von Musik im Internet erwischt wird, der wird angeschrieben und abgemahnt. Beim dritten Mal, so die Regelung, zieht der Provider den Stecker raus, dann geht nichts mehr. Dieses Verfahren soll bald in der gesamten EU praktiziert werden. Schon seit Monaten basteln Gremien der Brüssler Administration hinter verschlossenen Türen an einer Verordnung. Das alles auf Druck der Film– und Musikindustrie und eines französischen Präsidenten der mit einer bekannten Sängerin liiert ist. Auf laut.de kann man dieser Tage einige seiner geistigen Ergüsse zum Thema nachlesen. Zum Beispiel: "Musikalische Werke plündern, Filme plündern, Literatur plündern, weil das geht, ohne Respekt vor dem, der es geschrieben, komponiert, in Szene gesetzt hat - das bedeutet den Tod der Kreativen."

Da sollte sich wohl mal einer mit den sogenannten Kreativen unterhalten, zum Beispiel mit den Betreibern der vielen Netlabels. Die haben, im Gegensatz zur schwergewichtigen Musikindustrie, die Zeichen der Zeit erkannt und bestreiten längst neue Wege (Stichwort: Selbstvermarktung usw.).

Das Thema wird uns hier sicherlich noch öfter beschäftigen, eine Bemerkung dazu sei noch erlaubt: Wer sich in einschlägigen Foren und auf entsprechenden Seiten ein wenig umschaut, wird schnell feststellen, dass solche Abschreckungsszenarien völlig an der Realität vorbeigehen. Die Szene verhält sich wie eine Hydra, wird ihr ein Kopf abgeschlagen, wachsen dafür drei neue nach.

 


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